Verpackungsverordnung für Online-Shops

Wer in Deutschland Waren vertreibt und dafür Verpackungsmaterialien verwendet, muss sich auch um die Entsorgung dieser Verpackungen kümmern. Gesetzlich verankert ist das in der Verpackungsverordnung (VerpackV), die auf der Verpackungsrichtlinie 94/62/EG des Europäischen Parlaments und des Rates basiert. Ziel der Verordnung ist es, Verpackungsabfall ganz zu vermeiden oder zu reduzieren.

Verpackungsverordnung ist für Online-Shops Pflicht

Die Verpackungsverordnung (VerpackV) wurde bereits 1991 eingeführt und verpflichtet Hersteller und Vertreiber, sämtliche Verkaufsverpackungen, die bei Endkunden anfallen, zurückzunehmen und einer Verwertung zuzuführen. Dazu zählen jegliche Verpackungsmaterialien, die für den Versand der Waren genutzt werden – vom Karton über das Füllmaterial bis hin zur Luftpolsterfolie.

§6 VerpackV: Wer muss handeln?

Gilt die Verpackungsverordnung auch für eBay-, Amazon, DaWanda-Verkäufer? Grundsätzlich: Der Gesetzgeber verpflichtet neben Herstellern und Importeuren auch explizit den Online-Handel. Dabei ist es unwesentlich, ob man einen eigenen Shop betreibt oder Waren über Handelsplattformen wie eBay, Amazon, DaWanda, Rakuten & Co. versendet: Alle gewerblichen Händler müssen sicherstellen, dass ihre verwendeten Verpackungen in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt, also recycelt, werden. Dies ist festgeschrieben in §6 der VerpackV.

Verpackungsverordnung: Abmahnung  kann die Existenz bedrohen

Verpackungsverordnung Bussgelder vermeidenWiderrufsrecht, Impressumspflicht und Datenschutz sind Begriffe, bei denen jeder Shopbetreiber hellhörig wird. Wer hier einen Fehler begeht, muss dies im Falle einer Abmahnung mit Bußgeld oft teuer bezahlen. Für Shopbetreiber genauso rechtlich bindend ist die Verpackungsverordnung. Sie gilt für alle Händler, die sogenannte Verkaufsverpackungen erstmals in Verkehr bringen und die bei Endkunden anfallen. Eine Bagatellgrenze gibt es hier nicht: Die gesetzliche Regelung verpflichtet kleine Händler genauso wie große Versender, sich mit der Entsorgung ihrer Versandverpackungen näher zu beschäftigen. Wer das nicht tut, riskiert eine Abmahnung und ein Bußgeld, das in Deutschland bis zu 100.000 Euro betragen kann. Gerade für kleinere Online-Shops kann sich ein solches Bußgeld geradezu existenzbedrohend auswirken. Wie bedrohlich das für Shopbetreiber ist, verdeutlicht auch eine Studie von Trusted Shops zum Thema Abmahnungen im Online-Handel 2015. Mehr als die Hälfte aller 1.009 befragten Online-Händler sieht eine Abmahnung ihres Online-Shops als akute Existenzbedrohung. Lediglich 16% schätzen diese als ungefährlich für ihren Shop ein.

Aber gibt es in punkto Verpackungsverordnung Kontrollen? Ja! Anders als bei Widerruf und Impressum kann die Einhaltung der Verpackungsverordnung bei Online-Shops zwar nicht von Außenstehenden oder Wettbewerbern beurteilt werden, jedoch wird dies regelmäßig behördlich geprüft und geahndet.

Wie Sie als Händler die VerpackV erfüllen und zu 100% rechtssicher lizenzieren, erfahren Sie in unserem Beitrag zum Thema Verpackungslizenz für Online-Händler.

Daniel Stehling

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